zertifizierte Ausbildung Erlebnispädagogik

Sie wollen in Ihrem bisherigen beruflichen Kontext erlebnispädagogische Elemente einsetzen oder sich neue berufliche Perspektiven als Erlebnispädagog*in erschließen? Dann bieten wir Ihnen die passende Ausbildung dazu.

Erlebnispädagogik als ganzheitliches Erziehungs- und Bildungskonzept erlangt besondere Bedeutung in Abenteuerprojekten mit Jugendlichen, der Sucht- und Gewaltprävention sowie beim selbstbestimmten sozialen Lernen. Unsere anderthalbjährige, modularisierte berufsbegleitende Ausbildung zum/zur Erlebnispädagog*in (GQ) befähigt Sie zur eigenständigen Konzeption, Durchführung und Evaluation von neuartigen erlebnispädagogischen Projekten. Sie bietet, aufbauend auf der Selbsterfahrung, eine große Vielfalt und Vielschichtigkeit von erlebnispädagogischen Inhalten und Methoden. Die Elemente Wildnis-Trekking, Klettern, Niedrigseilelemente sowie Spiele zur Unterstützung von Gruppenprozessen werden besonders intensiv erfahren. Ihre Ausbildung wird von kompetenten Erlebnispädagog*innen mit langjähriger Berufserfahrung in der Erwachsenenbildung geleitet.

Zertifizierung & Gütesiegel

Diese Ausbildung ist durch den Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V. zertifiziert. Damit gehört ELAN e.V. zu den ersten vier Anbietern bundesweit, denen dieses Gütesiegel verliehen wurde, welches für hervorragende Qualität im Rahmen der erlebnispädagogischen Ausbildung steht. Es dokumentiert umfassend alle qualitätsrelevanten Schnittstellen der Angebote, ermöglicht Orientierung auf den ersten Blick und wird wissenschaftlich begleitet sowie unterstützt.
Unsere Ausbildung ist als Weiterbildungsangebot des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) anerkannt. Weiterhin ist diese Ausbildung in Thüringen als Bildungsveranstaltung (Thüringer Bildungsfreistellungsgesetz) und in Berlin als Bildungsurlaub (Berliner Bildungsurlaubsgesetz) anerkannt.

Unser Leitungsteam

Stefan Bretz, Stefan Linke, Jens Büttner und Annegret Volkmuth

Aktueller Ausbildungszyklus

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Lehrgang 2019/20 sowie das Anmeldeformular .

Auf einen Blick

  • Zielgruppe: Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen, Multiplikatoren sozialer Arbeitsfelder sowie alle Interessierten
  • Orte: Natur-Erlebnis-Zentrum Sormitztal sowie weitere
  • Umfang: 27 Ausbildungstage mit insgesamt 226 Unterrichtsstunden
  • Leistungen: Unterkunft, Vollverpflegung, Leitung durch zwei Trainer*innen, Handbuch, Starterset, Coaching, DAV-Kletterschein, Online-Seminare
  • Normalpreis: € 2.500
    (Programm: € 2.010 / Unterkunft und Verpflegung: € 490)
    Frühbucherrabatt bis 3 Monate vor Start: € 2.400
    Ermäßigter Preis: € 2.250
    (für Student*innen und Menschen ohne Einkommen)
  • Zahlung: vor der Teilnahme an den Modulen in 1, 4 oder 6 Raten
  • Bildungsprämiengutscheine und Weiterbildungsschecks werden akzeptiert
  • 10 % Ermäßigung erhalten Student*innen und Menschen ohne Einkommen.
  • Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist auf maximal 20 Personen begrenzt.
  • Anmeldeschluss ist immer 4 Wochen vor Beginn des aktuellen Lehrgangs.

Die Module des Ausbildungszyklus 2019/20

Modul 1 – Einführung in die Erlebnispädagogik I

29.03.–31.03.19 (3 Tage / 32 Unterrichtsstunden)

Das Modul „Einführung in die Erlebnispädagogik I“ bietet Ihnen einen theoretischen und praktischen Einblick in die Erlebnispädagogik.
Sie erfahren und reflektieren beispielhafte natur- und erlebnispädagogische Prozesse sowie Elemente in Ihrer Ausbildungsgruppe und können damit die Wirkung auf andere besser verstehen.
Das Einführungsseminar orientiert sich an wesentlichen Strukturmerkmalen der Erlebnispädagogik (zum Beispiel zielgerichteter pädagogischer Prozess, Gruppenselbststeuerung, Wechsel von Aktion und Reflexion, herausfordernde sowie gestaltbare Situationen).

Inhalte:

  • Kennenlernspiele
  • Wahrnehmungs-, Vertrauens- und Kooperationsspiele
  • Vorträge und Diskussionen zu historischen und gesellschaftlichen Hintergründen sowie Grundprinzipien der Erlebnispädagogik
  • Hochseilaktion
  • erlebnispädagogische Nachtaktionen
Modul 2 – Einführung in die Erlebnispädagogik II

23.04.–27.04.19 (5 Tage / 72 Unterrichtsstunden)

Im Modul „Einführung in die Erlebnispädagogik II“ brechen wir gemeinsam mit Karte und Kompass zu einer fünftägigen Expedition in die Naturräume des Thüringer Schiefergebirges auf.
Mit diesem Modul befähigen wir Sie, mehrtägige naturnahe Aufenthalte mit Gruppen im Wald zu planen und zu leiten. Während des fünftägigen Waldaufenthaltes werden wir an wechselnden Plätzen unter Tarps oder unter dem freien Sternenhimmel mitten im Wald übernachten. Das Essen werden wir gemeinsam auf vielfältige Art über dem Feuer zubereiten.
Sie werden Techniken erlernen, mit deren Hilfe Sie die vier überlebensnotwendigen Bedürfnisse des Menschen in Notsituationen befriedigen können. Höhepunkt dieses Einführungsseminares wird die Überquerung eines Wasserhindernisses mit einem selbstgebauten Planenboot sein.

Inhalte:

  • Orientierung mit Karte und Kompass
  • Wald-Camp einrichten und Hygiene im Camp
  • Genehmigungen, Einrichten und Beseitigen von Feuerstellen
  • Survival-Techniken (Feuer ohne Streichhölzer, Laubhütte, Nahrung aus der Natur, Wasser finden und aufbereiten)
  • Kochen und Backen am Lagerfeuer
  • Materialkunde
  • Ökologie, Natur- und Klimaschutz
  • Einblick in Risikoanalyse und Notfallmanagement
Modul 3 – Spiele zur Unterstützung von Gruppenprozessen

28.06.–30.06.19 (3 Tage / 24 Unterrichtsstunden)

Aufbauend auf den Selbsterfahrungen der vorherigen Module werden Sie mit Hilfe von theoretischen Modellen befähigt, Ihren eigenen exemplarischen Gruppenprozess tiefgründiger zu verstehen. Sie lernen, erlebnispädagogische Spiele selbst anzuleiten und sich durch das Feedback der anderen Teilnehmenden Ihrer Stärken und Ressourcen in der eigenen leitenden Tätigkeit bewusster zu werden.
In dieser Ausbildungseinheit wird zudem gemeinsam in der Gruppe entschieden, welchen Inhalt der im Modul 9 stattfindende Ganztags-Workshop haben soll. Hier geht es darum, ein zusätzliches Medium der Erlebnispädagogik kennenzulernen. Welche Medien hier möglich sind, richtet sich nach der Verfügbarkeit unserer Gastdozenten sowie den Interessen der Teilnehmenden.

Inhalte:

  • Gruppenprozesse und -dynamik
  • Konfliktmanagement
  • Rolle und Haltung des/r Erlebnispädagog*in
  • Wahrnehmungs-, Vertrauens- und Kooperationsspiele
  • Reflexionsmethoden
  • Aufbau von Spieleketten und Spielleiter*innenverhalten
  • Moderations-, Gesprächsführungs- und Präsentationsmethoden
Modul 4 – Klettern und Niedrigseilelemente

03.10.–06.10.19 (4 Tage / 35 Unterrichtsstunden)

Die Grundidee dieses Moduls ist es, Sie mit dem Medium Klettern und dessen Nutzungsmöglichkeiten in der Erlebnispädagogik vertraut zu machen. Je nach Vorerfahrung können Sie den DAV-Kletterschein Toprope oder Vorstieg erwerben. Dafür erlernen Sie die entsprechenden Sicherheitsstandards des Deutschen Alpenvereins und des ELAN e.V.
Des Weiteren erlernen Sie in diesem Modul den normgerechten Aufbau von mobilen und temporär genutzten Niedrigseilelementen und Slacklines nach den Standards der ERCA (European Ropes Course Association).

Inhalte:

  • Materialkunde
  • Assistenz mit Gruppen beim Toprope-Klettern an genormten Aufbauten
  • Kletter- und Boulderspiele
  • Risikomanagementsysteme
  • Platzwahl, Aufbau und Begehung von Niedrigseilelementen und Slacklines
  • metaphorische Nutzungsmöglichkeiten
Modul 5 – E-Learning

Januar 2020 (½ Tag / 5 Unterrichtsstunden)

Es werden vier verschiedene Module online angeboten. Das gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihr Lernen eigenständig und selbstorganisiert zu gestalten. So bleibt bei den Präsenzterminen mehr Zeit für praktische Aktionen. Die theoretischen Inhalte werden auch im praktischen Geschehen Anwendung finden sowie Teil der anzufertigenden eigenen Projektskizze sein.

Inhalte:

  • Evaluation und Qualitätssicherung
  • Kalkulation und Finanzierung von Projekten
  • Rechtliche und versicherungsrechtliche Grundlagen
  • Risiko-, Sicherheits-, Notfall- und Krisenmanagement
Modul 6 – Vorbereitung Abschlussprojekt

07.02.–09.02.20 (3 Tage / 24 Unterrichtsstunden)

Unsere Trainer*innen unterstützen Sie in diesem Modul, ein hochwertiges erlebnispädagogisches Projekt zu konzipieren und zu bewerben.
Dieses Modul findet im Winter statt und wird durch entsprechende praktische Aktionen ergänzt. Themen sind das Biwakieren im Schnee, besinnliche Ansätze wie das Erzählen von Geschichten, Traumreisen, bewusstes Naturerleben im Laufe der Jahreszeiten und Begegnungen mit typischen „Winterthemen“ wie dem Tod, Vergehen und Stille.

Inhalte:

  • Methoden der Ausgangsanalyse der Zielgruppe
  • typische Entwicklungsaufgaben in verschiedenen Lebensphasen
  • Auftragsklärung, Zielformulierung, Durchführungsplanung und Zielevaluation
  • Akquise, Bewerbung (Ausschreibungstext), Öffentlichkeitsarbeit (Pressenachricht), Anmeldeformular, telefonische Beratung
Modul 7 – Hospitation

Freie Zeiteinteilung (5 Tage)

Sie nehmen im Rahmen eines erlebnispädagogischen Kursprogramms die beobachtende Rolle ein und schärfen so Ihren reflexiven Blick auf das pädagogische und erlebnispädagogische Geschehen.
Da für die Hospitation weder ein erlebnispädagogischer Anbieter noch eine Zielgruppe oder ein erlebnispädagogisches Medium vorgeschrieben sind, bietet diese Hospitation weiterhin die Möglichkeit, die Ausbildung in einem selbstgewählten Schwerpunkt zu vertiefen.

Inhalte:

  • teilnehmende und nicht teilnehmende Beobachtung mit konkreten Beobachtungsaufgaben
  • Übernahme kleinerer Leitungsaufgaben
Modul 8 – Eigenes Abschlussprojekt

Freie Zeiteinteilung (1 Tag)

Die Konzeption, Durchführung und Evaluation Ihres eigenen erlebnispädagogischen Projektes stellt den Höhepunkt Ihrer Ausbildung zum/r Erlebnispädagog*in dar.
Mit Ihrem eigenen „Gesellenstück“ wenden Sie die in Ihrer Ausbildung erworbenen Kompetenzen in einer beruflichen Anforderungssituation an. Während Ihrer Projektentwicklung werden Sie durch unsere Trainer*innen inhaltlich begleitet.

Inhalte:

  • Erstellung einer Projektskizze inklusive Konzept, Finanzplan, Risikoanalyse, Sicherheits-, Notfall- und Krisenmanagementsystem
  • eigenständige Konzeption, Bewerbung, Durchführung, Reflexion und Evaluation Ihres Projektes (Reflexionsbericht)
Modul 9 – Präsentation und Auswertung des Abschlussprojekts

16.07.–18.07.20 (3 Tage / 34 Unterrichtsstunden)

Auf einem Fachtag für Erlebnispädagogik stellen Sie Ihr „Gesellenstück“ der interessierten Öffentlichkeit vor. Der Fachtag bietet Ihnen weiterhin vielfältige Einblicke in die große Bandbreite erlebnispädagogischer Arbeit.
Nach dem Fachtag findet die Ausbildung mit einer Abschlussreflexion, der feierlichen Übergabe der Zertifikate und dem in Modul 3 selbstgewählten Ganztags-Workshop einen würdigen Ausklang.

Inhalte:

  • selbst erstellte Präsentation oder Vortrag
  • Teilnahme an Vorträgen und Workshops
  • Abschlussreflexion
  • Übergabe der Zertifikate
  • Ganztags-Workshop