Lehmofen und Klimawandel

Herbstfest der Friedrich-Schiller-Schule im Zeichen nachhaltiger und sozialer Entwicklung

Seit fast einem Jahr bietet die Friedrich-Schiller-Schule zusammen mit dem Verein „ELAN“ das Projekt „Zukunftsfähige, nachhaltige Schule“ an. Das gestrige Herbstfest war ein vorläufiger Höhepunkt

Thüringer Allgemeine (TA) Erfurt, 29. 10. 2009

ERFURT (ts).
„Das macht mir Angst“ sagt ein junger Schüler, als ihm an Station sieben die Augen verbunden werden. „Sinneserfahrungen“ heißt der Stand und eine Mitarbeiterin pickst jetzt ein kleines Stück Birne auf und schiebt es dem Jungen in den Mund. Er tippt auf Kiwi und liegt falsch. Das folgende Stück Apfel errät er aber.

„Bei der Station geht es darum, dass die Schüler für ihre Sinne zu sensibilisieren“ sagt Stefan Linke. Wenn man nichts sehe, träten die anderen Sinne umso mehr in den Vordergrund. Linke ist Geschäftsführer des Vereins „ELAN“ und für ihn ist das Herbstfest auch eine Chance, das Projekt „Zukunftsfähige, nachhaltige Schule“ noch stärker unter den Schülern zu etablieren. Seit November vergangenen Jahres besteht die Kooperation zwischen dem umweltpädagogischen Verein und der Friedrich-Schiller-Schule. „Der Ansatz ist, dass die Schüler die Möglichkeit bekommen, ihren Schulalltag selber zu gestalten“, so Linke. Voraussetzung ist aber, dass die Jugendlichen bereit sind, für die Umsetzung ihrer Wünsche auch Teile ihrer Freizeit zu opfern. Bisher sind 13 Schüler in drei Arbeitsgruppen dabei geblieben. Für Linke geht es bei dem Schulfest deswegen auch darum, seine Ziele zu formulieren: Nachhaltigkeit, Mitbestimmung.

An elf Stationen können die Schüler Lehmöfen bauen, Apfelsaft pressen und über gespannte Seile balancieren. Drinnen flimmert eine Dokumentation über den Klimawandel in Afrika, draußen kann eine Seilleiter erklommen werden. „Man kann viel lernen und vor allem die Teamarbeit macht Spaß“, sagt Sophia. Zusammen mit ihren Freundinnen hat sie schon den Klimawandel-Film geschaut und biologische Tragetüten hergestellt. “Das Balancieren war aber das Beste“ sind sich alle vier einig.