Herausforderungen gesucht und gefunden

ELAN e.V., 28.06.2012

 

Erfurter Uni-Studenten im Survival-Training

 

 

Vom 14. bis 20. Juni 2012 absolvierten 20 Studentinnen und Studenten der Universität Erfurt ein Seminar „Erlebnispädagogik in Theorie und Praxis“ im Natur-Erlebnis-Zentrum Sormitztal in Leutenberg. Das Seminar fand, wie bereits im letzten Jahr, in Kooperation mit dem ELAN e.V. unter der Leitung von Stefan Linke statt. In den ersten drei Tagen erhielten die Studentinnen und Studenten grundlegende Einblicke in erlebnispädagogische Theorien und Arbeitsweisen, die sie mit praktischen Aktivitäten in Form von Wahrnehmungsübungen, Kooperationspielen, Interaktionsübungen, Arbeit mit Karte und Kompass und Erster Hilfe Übungen, umzusetzen versuchten.

Das Ziel dieser Übungen bestand darin den Gruppenzusammenhalt und das Vertrauen untereinander zu stärken und war auch eine gute Vorbereitung auf die kommende zweieinhalbtägige Challenge, die 25 km-Tour von Leutenberg zum Hohenwartestausee. Auf der Tour gab es genügend Möglichkeiten, die eigene Geschicklichkeit und die der ganzen Gruppe unter Beweis zu stellen. In einem abschließenden Praxisprojekt sollten die Studentinnen und Studenten ihre im Seminar gewonnenen Erkenntnisse ausprobieren.

Alle hatten sich auf den Marsch gut vorbereitet. Mehrere Teams sollten die Gruppe Stück mit Karte und Kompass ans Ziel bringen. Allerdings wurde dabei nicht immer der optimale Weg gewählt. Dies und die unberechenbaren Wetterbedingungen, der lange Weg zum Übernachtungsplatz und das unwegsame Gelände stellten für einige Studenten eine echte physische Herausforderung dar. Der Gruppenzusammenhalt wurde so immer wieder auf die Probe gestellt, aber aber auch sehr gestärkt.

Nach der Ankunft am Hohenwartestausee wartete dort bereits die nächste Herausforderung auf die Studentinnen und Studenten. Ein schwimmfähiges Boot sollte gebaut werden, um das Gepäck der Truppe auf das andere Ufer, des sogenannte Drachenschwanzes, zu transportieren. Keine leichte Aufgabe, aber es gab immerhin Sägen, Äxte, mehrere Meter Strick und den Wald. Dazu kamen die Vorstellungen und Ideen der einzelnen, die in der Gruppe diskutiert, verworfen oder angenommen wurden. Endlich, nach circa sechs Stunden harter Arbeit war das Boot fertig, aber die Stimmung des Teams aufgrund des bescheidenen Wetters ziemlich auf dem Tiefpunkt. Aber dann, als das Boot glücklich auf anderen Seite angekommen war und alle mit trockenen Sachen und einer warmen Mahlzeit am Lagerfeuer saßen, waren alle stolz, dass sie es geschafft hatten.

Alle Seminarteilnehmer haben in dieser einen Woche Herausforderungen gesucht und gefunden, die einen oder anderen sind an ihre Grenzen gestoßen und haben sie erfolgreich überwunden. Nicht nur die körperliche Anstrengung und der Bootsbau waren für viele eine neue Erfahrung. Auch der Verzicht auf sanitäre Anlagen, die Rücksichtnahme auf Schwächere und das Zurechtkommen auf engen Raum forderten einen starken Willen und Zusammenhalt der Gruppe. Die Erwartungen an das Seminar wurden auf positive Art und Weise erfüllt, neue Freundschaften sind entstanden und alle freuen sich auf das baldige Nachtreffen.