Ausbildung Erlebnispädagogik

Lehrgang 2018/19

Sie haben Lust darauf in Ihrem bisherigen beruflichen Kontext erlebnispädagogische Elemente einzusetzen oder sich neue berufliche Perspektiven als ErlebnispädagogIn zu erschließen? Dann bieten wir Ihnen die passende Ausbildung dazu.

Unsere eineinhalbjährige modularisierte Ausbildung in Erlebnispädagogik, befähigt Sie zur eigenständigen Konzeption, Durchführung und Evaluation von neuartigen erlebnispädagogischen Projekten. Sie bietet aufbauend auf der Selbsterfahrung eine große Vielfalt und Vielschichtigkeit von erlebnispädagogischen Inhalten und Methoden.

Die Elemente Wildnistrekking, Klettern, Niedrigseilelemente sowie Spiele zur Unterstützung von Gruppenprozessen werden besonders intensiv erfahren. Die Ausbildung wird durch zwei kompetente Erlebnispädagog*innen mit langjähriger Berufserfahrung in der Erwachsenenbildung geleitet.

Ausbildungsüberblick

09.03.–11.03.18
Modul 1: Einführung in die Erlebnispädagogik I (3 Tage/28 Stunden)

Das Modul „Einführung in die Erlebnispädagogik I“ bietet Ihnen einen theoretischen und praktischen Einblick in die Erlebnispädagogik. Sie erfahren und reflektieren beispielhafte natur- und erlebnispädagogische Prozesse sowie Elemente in Ihrer Ausbildungsgruppe und können damit die Wirkung auf andere besser verstehen. Das Einführungsseminar orientiert sich an wesentlichen Strukturmerkmalen der Erlebnispädagogik (z. B. zielgerichteter pädagogischer Prozess, Gruppenselbststeuerung, Wechsel von Aktion und Reflexion, herausfordernde sowie gestaltbare Situationen).

Inhalte:

  • Kennenlernspiele
  • Wahrnehmungs-, Vertrauens- und Kooperationsspiele
  • Vorträge und Diskussionen zu historischen und gesellschaftlichen Hintergründen sowie Grundprinzipien der Erlebnispädagogik
  • Hochseilaktion
  • Erlebnispädagogische Nachtaktionen

03.04.–07.04.18
Modul 2: Einführung in die Erlebnispädagogik II (5 Tage/44 Stunden)

Im Modul „Einführung in die Erlebnispädagogik II“ brechen wir gemeinsam mit Karte und Kompass zu einer 5-tägigen Expedition in
die Naturräume des Thüringer Schiefergebirges auf. Mit diesem Modul möchten wir Sie befähigen, mehrtägige naturnahe Aufenthalte
mit Gruppen im Wald zu planen und zu leiten. Während des 5-tägigen Waldaufenthaltes werden wir an wechselnden Plätzen ohne Häuser oder Zelte, aber unter Tarps oder unter dem freien Sternenhimmel, mitten im Wald übernachten. Das Essen werden wir gemeinsam auf vielfältige Art über dem Feuer zubereiten. Sie werden Techniken erlernen, mit deren Hilfe Sie die vier überlebensnotwendigen Bedürfnisse des Menschen in Notsituationen befriedigen können. Höhepunkt dieses Einführungsseminares wird die Überquerung eines Wasserhindernisses mit einem selbstgebauten Planenboot sein.

Inhalte:

  • Orientierung mit Karte und Kompass
  • Wald-Camp einrichten und Hygiene im Camp
  • Genehmigung, spurloses Einrichten und Beseitigen einer Feuerstelle
  • Survivaltechniken (Feuer ohne Streichhölzer, Laubhütte, Nahrung aus der Natur, Wasser finden und aufbereiten)
  • Kochen und Backen am Lagerfeuer
  • Materialkunde
  • Ökologie, Natur- und Klimaschutz
  • Einblick in Outdoor-Erste-Hilfe

08.06.–10.06.18
Modul 3: Spiele zur Unterstützung von Gruppenprozessen (3 Tage/28 Stunden)

Aufbauend auf den Selbsterfahrungen der vorherigen Module werden Sie mit Hilfe von theoretischen Modellen befähigt, Ihren eigenen exemplarischen Gruppenprozess tiefgründiger zu verstehen. Lernen Sie erlebnispädagogische Spiele selbst anzuleiten und sich durch das Feedback der anderen Teilnehmenden Ihrer Stärken und Ressourcen in der eigenen leitenden Tätigkeit bewusster zu werden. Am dritten Tag dieser Ausbildungseinheit haben Sie die Möglichkeit, ein zusätzliches selbstgewähltes Medium der Erlebnispädagogik in Form eines Ganztagesworkshops kennenzulernen. Zur Auswahl stehen die Medien: City Bound, Bogenschießen, Kanu, Zirkus, Tanz/Theater/Musik, Spiele für Viele, „less is more“.

Inhalte:

  • Gruppenprozesse und -dynamik
  • Konfliktmanagement
  • Rolle und Haltung des/r Erlebnispädagog*in
  • Wahrnehmungs-, Vertrauens- und Kooperationsspiele
  • Reflexionsmethoden
  • Aufbau von Spieleketten und SpielleiterInnenverhalten
  • Moderations-, Gesprächsführungs- und Präsentationsmethoden

10.10.–13.10.18
Modul 4: Klettern und Niedrigseilelemente (4 Tage/33 Stunden)

Die Grundidee dieses Moduls ist es, Sie zu befähigen, Kletteraktionen an genormten Aufbauten (z. wB. in Kletterhallen) mit Gruppen anzuleiten und abzusichern. Dafür müssen Sie die entsprechenden Sicherheitsstandards des Deutschen Alpenvereins und des ELAN e. V. kennen und umsetzen können. Des Weiteren werden Sie in diesem Modul zum normgerechten Aufbau von mobilen und temporär genutzten Niedrigseilelementen und Slacklines nach den Standards der ERCA (European Ropes Course Association) befähigt.

Inhalte:

  • Materialkunde
  • Leitung von Gruppen beim Toprope-Klettern und Sichern an genormten Aufbauten
  • Kletter- und Boulderspiele
  • Risikomanagementsysteme
  • Platzwahl, Aufbau und Begehung von Niedrigseilelementen und Slacklines
  • metaphorische Nutzungsmöglichkeiten

31.01.18–03.02.19
Modul 5: E-Learning Module (8 Stunden)

Es werden vier verschiedene Module online angeboten. Das soll Ihnen die Gelegenheit geben, Ihr Lernen eigenständig und selbstorganisiert zu gestalten. So bleibt bei den Präsenzterminen mehr Zeit für praktische Aktionen. Die theoretischen Inhalte werden dann auch im praktischen Geschehen Anwendung finden.

Inhalte:

  • Evaluation und Qualitätssicherung
  • Kalkulation und Finanzierung von Projekten
  • Rechtliche und versicherungsrechtliche Grundlagen
  • Risiko-, Sicherheits-, Notfall- und Krisenmanagement

Freie Zeiteinteilung
Modul 6: Vorbereitung Abschlussprojekt (4 Tage/33 Stunden)

Unsere TrainerInnen unterstützen Sie in diesem Modul, ein hochwertiges erlebnispädagogisches Projekt zu konzipieren und zu
bewerben. Dieses Modul findet im Winter statt und wird durch entsprechende praktische Aktionen ergänzt. Themen sind Biwakieren im Schnee; besinnliche Ansätze, z. B. Geschichtenerzählen; Traumreisen; bewusstes Naturerleben im Laufe der Jahreszeiten; Begegnungen mit typischen „Winterthemen“ wie Tod, Vergehen und Stille.

Inhalte:

  • Methoden der Ausgangsanalyse der Zielgruppe
  • typische Entwicklungsaufgaben in verschiedenen Lebensphasen
  • Auftragsklärung, Zielformulierung, Durchführungsplanung und Zielevaluation
  • Akquise, Bewerbung (Ausschreibungstext), Öffentlichkeitsarbeit (Pressenachricht), Anmeldeformular, telefonische Beratung

Freie Zeiteinteilung
Modul 7: Hospitationskurs (5 Tage)

Nehmen Sie im Rahmen eines erlebnispädagogischen Kursprogramms die Rolle des/der Beobachtenden ein und schärfen
Sie Ihren reflexiven Blick auf das (erlebnis-)pädagogische Geschehen. Da für den Hospitationskurs weder ein erlebnispädagogischer
Anbieter, noch eine Zielgruppe oder ein erlebnispädagogisches Medium vorgeschrieben ist, bietet dieser Hospitationskurs weiterhin die Möglichkeit die Ausbildung in einem selbst gewählten Schwerpunkt zu vertiefen.

Inhalte:

  • teilnehmende und nicht teilnehmende Beobachtung mit konkreten Beobachtungsaufgaben
  • Übernahme kleinerer Leitungsaufgaben

Online-Lehrgang
Modul 8: Durchführung des eigenen Abschlussprojektes (1-2 Tage)

Die Konzeption, Durchführung und Evaluation Ihres eigenen erlebnispädagogischen Projektes stellt den Höhepunkt Ihrer Ausbildung zum/r Erlebnispädagog*in dar. Mit Ihrem eigenen „Gesellenstück“ wenden Sie die in Ihrer Ausbildung erworbenen Kompetenzen in einer beruflichen Anforderungssituation an. Während der Projektentwicklung ist ein zweistündiges Coaching geplant.

Inhalte:

  • Erstellung einer Projektskizze
  • Erstellung einer Risikoanalyse, ein einfaches Sicherheits-, Notfall- und Krisenmanagementsystem für Ihr Projekt
  • eigenständige Konzeption, Bewerbung, Durchführung, Reflexion und Evaluation Ihres Projektes (Reflexionsbericht)

03.05.-05.07.19
Modul 9: Präsentation und Auswertung des Abschlussprojektes (1,5 Tage)

Auf einem Fachtag für Erlebnispädagogik stellen Sie Ihr „Gesellenstück“ der interessierten Öffentlichkeit vor und können Teilnehmende für Ihr Projekt gewinnen. Der Fachtag bietet Ihnen weiterhin vielfältige Einblicke in die große Bandbreite erlebnispädagogischer Arbeit und bildet einen würdigen Rahmen zur Vergabe des Zertifikats.

Inhalte:

  • selbst erstellte Präsentation und ca. 10 min. Vortrag
  • Teilnahme an Vorträgen und Workshops
  • Abschlussreflexion
  • Übergabe der Zertifikate

Zertifizierung & Gütesiegel

Diese Ausbildung ist durch den Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V. zertifiziert. Damit ist der ELAN e.V. in Thüringen der einzige Anbieter, welcher für eine hervorragende pädagogische Qualität im Rahmen seiner Ausbildung in Erlebnispädagogik steht.
Das Gütesiegel wird ausschließlich bei hohem und verlässlichem Standard vergeben. Es dokumentiert umfassend alle qualitätsrelevanten Schnittstellen der Angebote. Es ermöglicht Orientierung auf den ersten Blick. Es öffnet beim Veranstalter den Blick für die Weiterentwicklung seiner Programme. Es wird wissenschaftlich begleitet und unterstützt.

Unsere Ausbildung ist als Weiterbildungsangebot des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) anerkannt.

Informationen

  • Zielgruppe: SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, Multiplikatoren sozialer Arbeitsfelder sowie alle Interessierte
  • Preis: ab 2.250 € inkl. U/V
    Zur Kofinanzierung können Weiterbildungsschecks eingereicht werden. Wir beraten Sie gern!
  • Orte: Haus Talmühle, Natur-Erlebnis-Zentrum Sormitztal
  • Umfang: 27 Ausbildungstage (davon 166 Unterrichtsstunden)
  • Leistungen: Unterkunft, Vollverpflegung, Leitung durch zwei TrainerInnen, Handbuch, Starterset, Coaching, DAV-Kletterschein, Onlineseminare

Flyer als PDF: Ausbildung Erlebnispädagogik
Teilnehmerunterlagen als PDF
Anmeldung und AGBs der Ausbildung als PDF
FAQ zur Ausbildung beim ELAN e.V. als PDF